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| Erfahrungsbericht über die Anwendung einer Visuellen Restitutionstherapie im Praxisalltag einer Augenarztpraxis |
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Dr. med. Marion Uhlig aus Chemnitz berichtet:
"Im Laufe meiner mittlerweile 15- jährigen Tätigkeit als Facharzt für Augenheilkunde, in welcher ich seit fast 14 Jahren in Chemnitz niedergelassen bin, habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Patienten mit operativem Eingriff nach zentralen Tumor bzw. Zustand nach Apoplex und Hemianopsie oder nach Unfällen, welche zu Ausfällen im zentralnervösen Bereich (Gesichtsfeldeinschränkungen) führten, trotz umfangreicher rehabilitativer Maßnahmen den teilweisen Verlust von Sehvermögen bzw. Gesichtsfeld als schwerwiegende persönliche Einschränkung im täglichen Leben betrachten. Diese schwerwiegende Einschränkung ist für die Patienten im privaten wie im beruflichen Leben sehr schwer zu verkraften, weil sie mit deutlichen Einschränkungen auch im persönlichen Freiraum (Fahrtauglichkeit) und in der beruflichen Einsatzfähigkeit
(ebenso Fahrtauglichkeit, Beweglichkeit im beruflichen Einsatzgebiet) im Zusammenhang stehen.
Aus diesem Grund habe ich immer wieder nach Möglichkeiten gesucht, meinen Patienten zumindest Therapieansätze zu bieten, um eine Besserung dieses Zustandes herbeizuführen. Dabei habe ich in meiner Praxisorganisation Sauerstofftherapie, Magnetfeldtherapie und Ähnliches einbezogen und zumindest im persönlichen Bereich damit doch zunächst geringe Besserungen erzielt.
Im Februar 2002 wurde ich von einem Patienten, der unter zunehmendem Gesichtsfeldverlust litt und bei dem zu dieser Zeit auch Homöopatische Therapieansätze keine Wirkung mehr zeigten, auch die Möglichkeit einer visuellen restitutiven Therapie aufmerksam gemacht und habe mich daraufhin über diese Möglichkeiten umfassend informiert. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich erstmalig mit der so genannten Neuroplastizität
konfrontiert, d.h. ich habe mich dann doch eingehender mit dieser Möglichkeit beschäftigt, dass Nervenzellen welche durch Apoplexfolgen in ihrer Funktion stark eingeschränkt wurden, durch das Training wieder die Möglichkeit erhalten, ihren funktionellen Anforderungen besser gerecht zu werden.
Nachdem ich mich eingehend mit den Prinzipien der visuellen restitutiven Therapie beschäftigt hatte und in meinem Praxisablauf organisatorische Möglichkeiten zur Nutzung einer solchen Therapie geschaffen hatte, begann ich im März /April 2002 mit Patienten ein so genanntes Gesichtsfeldtraining. Dabei habe ich mit den Patienten genau erörtert, welche Möglichkeiten und Grenzen für solche Therapien vorhanden sind und das die Mitarbeit des Patienten bei dieser Therapie ausgesprochen wichtig ist.
In einem Zeitraum von April 2002 bis Dezember 2004 haben sich 26 Patienten für diese Therapie angemeldet, wobei bei 23 davon eine solche Therapie durchgeführt wurde. Bei ca. 80 % der Patienten konnte auf jeden Fall eine Verbesserung im allgemeinen Leben verzeichnet werden und bei 4 von den Patienten konnte eine Fahrtauglichkeitsprüfung wieder beantragt werden. Unter der Voraussetzung, meinen Patienten zu helfen, als ich diese Therapieform bei mir einrichtete, war ich am Anfang doch relativ skeptisch über die Möglichkeit auch ältere Gesichtsfeldprobleme zu behandeln.
Im Laufe meiner 3 - jährigen Erfahrung mit visuellen restitutiven Therapieansätzen muss ich immer wieder bestätigen, dass ich über die Erfolge die meine Patienten, die ihr Training sehr ernst nehmen, immer wieder erstaunt und verblüfft bin. Vor allem die sehr jungen Patienten, 3 davon befanden sich in einem Alter unter 30, konnten vor allen Dingen im beruflichen Bereich deutlich vom Training profitieren. Alle Patienten, die bei uns in therapeutischer Betreuung sind, wiesen mehrfach darauf hin, durch das Training erneut Hoffnung und Lebensmut geschöpft zu haben. Die meisten äußerten sich dahingehend, in ihrer persönlichen Freiheit nicht mehr so deutlich eingeschränkt zu sein, was nach der Erkrankung und auch noch nach der Rehabilitation der Fall war.
Die sichere Bewegung in der Umwelt, die Möglichkeit sich wieder allein im Straßenverkehr zu bewegen, egal ob als Fußgänger oder in besonderen Fällen sogar auch wieder als Autofahrer verschafft dem Patenten mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Eine Lehrerin, die bei mir in Behandlung war, konnte wieder in ihr Berufsleben einsteigen, da Sie deutlich erleichtert berichtete, Ihre Lesefähigkeit wäre wieder hergestellt. Darüber berichteten auch andere meiner Patienten. Einige davon, denen das Hobby Lesen doch sehr wichtig war, vor allen Dingen die älteren Patienten denen im Freizeitbereich sicherlich auch durch andere Behinderungen keine größeren Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sind hochzufrieden, ihre Lesefähigkeit wieder gefunden zu haben.
Ähnlich steht es mit Fernsehen oder Handarbeiten. Selbst im sportlichen Bereich sind viele meiner jüngeren Patienten wieder mit neuem Lebensmut erfüllt, da sie sich sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Ski fahren, Fahrrad fahren oder ähnlichen Dingen auf Grund der verbesserten Gesichtsfeldeigenschaften wieder widmen können. Ohne Ausnahme berichteten jedoch alle Patienten, die sich bei uns in therapeutischer Betreuung befanden und befinden, dass es am Anfang der Therapie vor allen Dingen die Hoffnung war, wieder eine Möglichkeit geboten zu bekommen aktiver am täglichen Leben teilzunehmen, denn oftmals ist es so, dass trotz umfangreicher rehabilitativer Maßnahmen dem Patienten immer wieder versichert wird, dass eine weitere Verbesserung des Gesichtsfeldes eine Wiederherstellung ihrer Lesefähigkeit oder ähnlicher Aktivitäten nunmehr nicht mehr möglich ist. Dass diese Hoffnung dann durch diese Therapie erfüllt worden ist, erfüllt mich immer wieder, wenn ich einem Patienten seinen Abschlussbericht vorlege und sich die Patienten voller Freude bei mir für die therapeutischen Möglichkeiten bedanken mit tiefer Befriedigung und Freude." |
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