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Pressemitteilungen
 
20. Juli 2005
 
Neu: Sehtherapie für Neurologiepatienten jetzt auch im Großraum Berlin
 
MEDIAN Klinik bietet Patienten mit neurologisch bedingten Sehstörungen eine neue Alternative an / Info-Hotline für Patienten

Berlin, 20. Juli 2005
- Jetzt können auch im Großraum Berlin Patienten mit Sehstörungen nach Schlaganfall oder Trauma in einer Klinik behandelt werden. In der MEDIAN Klinik steht Betroffenen eine wissenschaftlich bewiesene computer-gestützte Sehtherapie, die Visuelle RestitutionsTherapie (VRT), zur Verfügung. Die VRT wurde vom Zentrum für Sehtherapie NovaVision in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medizinische Psychologie der Universität Magdeburg erforscht und klinisch getestet.

"Die Lebensqualität unserer Patienten ist oft geschmälert. Häufig werden selbstverständliche Dinge wie Lesen oder Einkaufen zum Problem" erklärt Prof. Karl-Heinz Mauritz, Chefarzt der Neurologischen Abteilung der MEDIAN Klinik Berlin. "Bislang konnten wir das geschädigte Gesichtsfeld unserer Patienten nicht wiederherstellen. Mit der Sehtherapie VRT können wir an einer tatsächlichen Erweiterung des Gesichtsfeldes arbeiten. Die Sehtherapie VRT basiert auf der wissenschaftlich belegten Fähigkeit des Gehirns Schädigungen zu kompensieren. Diese Fähigkeit haben wir schon im motorischen System erfolgreich nachgewiesen. Deswegen möchten wir Patienten mit weiteren Therapien behandeln, die auf diesem wirksamen Ansatz basieren".

Studien der Universität Magdeburg zeigten, dass 65 % der Patienten ihre Sehleistung durch die VRT deutlich verbessern und dadurch erhebliche Erleichterungen im Alltag erfahren konnten. Patienten werden in der Klinik eingehend untersucht und in die Benutzung des Programms eingeführt. Eine weitere Betreuung und individuelle Anpassung der Therapie, die die Patienten zu Hause durchführen, wird durch das Therapeuten-Team bei NovaVision vorgenommen. Bei der VRT-Hotline können Betroffene und deren Angehörige Fragen zur Sehtherapie stellen und Informationsmaterial anfordern: 0391 6 36 00 68 oder 030 939 523 95.

Hintergrundinformationen

Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 500.000 Menschen einen Schlaganfall, einen Hirntumor oder eine Schädel-Hirnverletzung. Bei etwa 20 Prozent führen diese Erkrankungen zu neurologischen Schäden, die das Sehzentrum im Gehirn oder den Sehnerv betreffen. Die Patienten leiden in der Folge an Gesichtsfeldausfällen. Sie sehen in Bereichen ihres Gesichtfeldes gar nichts, schwarz, grau, verwischt oder verzerrt. Die Folge sind schwerwiegende Alltagsprobleme: Viele Patienten können ihrem Beruf oder ihren Hobbys kaum noch nachgehen, da sie große Schwierigkeiten beim Lesen haben und sich in ihrer Umgebung oder im Straßenverkehr nicht mehr orientieren können.

Geschädigte Nervenzellen lernen wieder Sehen
Die Visuelle RestitutionsTherapie (VRT) wurde auf der Basis langjähriger Forschung in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Magdeburg sowie renommierten Augenärzten und Neurologen entwickelt und erprobt. Grundlage für die Entwicklung der VRT ist die Erkenntnis, dass das Gehirn durch gezielte Stimulation in der Lage ist, Schädigungen teilweise auszugleichen. Diese Fähigkeit wird für den Therapieerfolg der VRT genutzt: Mit individualisierten Computerprogrammen werden teilgeschädigte Hirnregionen angeregt, Sehinformationen wieder besser verarbeiten zu können.

Bisher wurden in Deutschland bereits mehr als 800 Patienten behandelt. Über 65% haben durch die VRT eine messbare Verbesserung Ihres Sehens erzielt und damit ein wichtiges Stück verloren gegangener Lebensqualität zurück erlangt. Sie können sich zu Hause und im Straßenverkehr auch ohne fremde Hilfe sicherer bewegen. Lesen, Fernsehen und Bildschirmarbeit fallen wieder leichter. Ein Drittel der Patienten hat weniger Zusammenstöße mit Personen und Gegenständen. 31 % fühlen sich beruflichen Anforderungen besser gewachsen und können aufgegebene Hobbys wieder genießen.

Mit der MEDIAN Klinik Berlin erhöht sich die Zahl der kooperierenden Zentren auf 46, acht davon in den neuen Bundesländern. Patienten mit Gesichtsfeldausfällen, die beispielsweise in Folge von Schlaganfall, Hirntumor oder Schädel-Hirnverletzungen entstehen können, steht damit eine bundesweite Versorgungsstruktur zur Verfügung.
 
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