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Halle, Saale / Magdeburg, 12.09.2008.
Die Effektivität der Visuellen RestitutionsTherapie
(VRT) bei Patienten mit neurologisch bedingten
Sehstörungen konnte in einer prospektiven,
randomisierten Studie (Mast et al., Akt Neurol, 2008)
gezeigt werden. Die von der AOK in Sachsen-Anhalt
mitfinanzierte Studie wurde auf dem diesjährigen
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
vorgestellt.
In die Studie eingeschlossen waren 72 Patienten mit
Gesichtsfeldausfall (Durchschnittsalter: 57 Jahre) nach
Schlaganfall (95%). Nach 6 Monaten Behandlung mit der
VRT (hochrepetitive visuelle Stimulation) konnten
signifikante Verbesserungen sowohl hinsichtlich
Detektionsrate, Größe des defekten Gesichtsfeldes und
Leseleistung nachgewiesen werden. Mit den gemessenen
Gesichtsfelderweiterungen korrespondierten auch
subjektiv wahrgenommene Verbesserungen des Sehens. Die
Ergebnisse waren unabhängig von der Größe und dem Typ
der Läsion sowie vom Störungsbild.
„Die Studie unterstreicht die klinische Wirksamkeit der
VRT. Die Ergebnisse sind der Beweis dafür, dass bei
Patienten mit Sehstörungen nach Hirnschädigung, welche
mit dem restitutiven Verfahren trainiert haben, verloren
gegangene Sehfunktionen wiederhergestellt werden können
– und damit die Lebensqualität dieser Patienten
erheblich verbessert werden kann“ berichtet Professor
Henning Mast, Direktor der Klinik für Neurologie an den
BG-Kliniken Bergmannstrost, Halle/Saale.
Die VRT ist eine FDA zugelassene computergestützte
Sehtherapie für Patienten mit neurologisch bedingten
Sehstörungen nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder
Hirntumor. Die Patienten führen die Therapie täglich zu
Hause für eine Dauer von mindestens 6 Monaten durch. Die
Aufgabe besteht in der Erkennung und Bestätigung von
Lichtreizen (Stimuli), die zwischen dem intakten und
defekten Gesichtsfeld auf dem Monitor präsentiert
werden.
Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 450.000
Menschen einen Schlaganfall oder eine unfallbedingte
Schädel-Hirn-Verletzung, außerdem erkranken jährlich
rund 8.000 Menschen an einem Hirntumor. Bei etwa 20%
dieser Patienten kommt es zu neurologisch bedingten
Sehstörungen, die mit der VRT behandelt werden können.
Mehr
Informationen erhalten Betroffene unter der Rufnummer
0391-6360050 beim Zentrum für Sehtherapie NovaVision
oder unter www.novavision.de.
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