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Magdeburg, 15.09.2008.
In Sachsen-Anhalt wird mit Unterstützung des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im
Rahmen der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“
das Innovationsforum „Med.Tec.Integral
- Medizintechnik und Rehabilitation bei neuronalen
Schädigungen“
umgesetzt, das danach als regionales Netzwerk der
Medizintechnik und Rehabilitation bei Schädigungen des
zentralen Nervensystems weitergeführt wird.
Ziel des Modellprojektes ist der Aufbau einer
geschlossenen Behandlungskette für Patienten mit
neuronalen Schädigungen, speziell mit cerebralen
Läsionen z.B. nach Schlaganfall oder nach
Hirnverletzungen, die unter kognitiven bzw. visuellen
Störungen leiden. Diese Störungen betreffen Fähigkeiten
wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis,
Handlungsplanung, räumliches Vorstellungsvermögen,
Funktionen des visuellen und auditiven Systems.
Störungen dieser Funktionen führen dazu, dass der
Betroffene erhebliche Probleme im Erleben und der
Interaktion mit seiner Umwelt hat und seine
Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt sind.
Erhält der Betroffene eine Anschlussheilbehandlung, so
reichen die 3 bis 6 Wochen in der Klinik meist aus, den
Patienten wieder bis zur (teilweisen) Mobilität zu
bringen und ihn zurück in die Familie zu entlassen. In
vielen Fällen bricht die Therapie kognitiver/ visueller
Fähigkeiten dann aber abrupt ab. Gerade kognitive /
visuelle Störungen bedürfen jedoch einer
Behandlungsdauer von mindestens 6 Monaten nach dem
Ereignis. Zu kurze Behandlungszeiten und eine nicht
ausreichende Intensität der Therapie verhindern positive
Behandlungseffekte. Ein regelmäßiges Training über
mehrere Monate ist also erforderlich, um nachhaltige
Verbesserungen zu erzielen.
Die im Modellprojekt vorgesehene Behandlungskette
beginnt in der Klinik und führt über den Hausarzt und
die ergotherapeutische Praxen bis zum täglichen Training
zu Hause. Damit werden Möglichkeiten erschlossen, diese
Therapieformen zur effektiveren und schnelleren
Wiedereingliederung von Betroffenen in den
Arbeitsprozess und das familiäre Umfeld zu nutzen.
Nachgewiesen werden soll, dass und wie eine solche
Behandlungskette aufgebaut und funktionieren kann sowie
welche kurz- und langfristigen Einsparungen für die
Kostenträger erwartet und möglich werden.
Kostenträger, Kliniken, Ärzte, Therapeuten,
Selbsthilfegruppen, universitäre Einrichtungen und
Anbieter von Medizintechnik sind aufgefordert, sich am
Modellprojekt zu beteiligen.
Das isw Institut für Strukturpolitik und
Wirtschaftsförderung gGmbH in Halle/S. und das
Medizintechnik-Netzwerk InnoMed e.V. organisieren am 22.
und 23. September 2008 in Magdeburg im Kulturwerk Fichte
die Auftaktveranstaltung, auf der Szenarien und Konzepte
vorgestellt und diskutiert werden sollen.
Weitere Informationen zum Vortragsprogramm finden Sie im
Internet auf
http://www.med-tec-integral.de unter
dem Link „Innovationsforum“. Anmeldungen
sind online oder per Fax 0345-29982711 möglich.
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