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Wie entsteht ein Gesichtsfeldausfall?
 
Warum haben Sie einen Gesichtsfeldausfall, obwohl Ihre Augen in Ordnung sind?
Die Lichtstrahlen eines Objektes werden durch den optischen Apparat (Hornhaut, Kammerwasser, Linse, Glaskörper) gesammelt und auf der Netzhaut umgekehrt und verkleinert abgebildet. Der visuelle Eindruck wird hier in elektrische Impulse umgewandelt. Diese werden über den Sehnerv, die Sehnervenkreuzung und die Sehbahn in den hinteren Teil der Großhirnrinde, das sogenannte Sehzentrum, weitergeleitet. Dort erfolgt die Verarbeitung der Sehinformation: Farben, Formen, Proportionen oder Muster werden hier erkannt.

Vom Sehzentrum wird die Information in viele andere Regionen des Großhirns weitergeleitet. Dadurch gelingt zum Beispiel das Erkennen von vertrauten Personen oder Objekten, das Lesen, das Finden des richtigen Weges oder die richtige Steuerung von Handbewegungen.
 
Skizze: vom Auge bis zum Sehzentrum
 
Wenn auf dem Informationsweg von der Netzhaut zum Sehzentrum oder im Sehzentrum selbst Unterbrechungen durch Nervenschäden (Läsionen) auftreten, dann kann das ursprüngliche "Bild" nur noch in Teilen weitervermittelt oder verarbeitet werden. Für den nicht verarbeiteten Teil ist die betroffene Person nun blind - sie leidet für diesen Bildbereich unter einem Gesichtsfeldausfall.
 
I. Sehnerv = Nervus opticus
II. Sehnervenkreuzung = Chiasma opticum
III. Sehstrang = Tractus opticus
IV. primäres Sehzentrum = Corpus geniculatum laterale (lateraler Kniehöcker)
V. Sehstrahlung = Gratioletische Sehstrahlung, Radiation optica
VI. Sehrinde = kortikales Sehzentrum
Skizze: Auge und Gehirn
 
So sind bei einer Schädigung des Sehzentrums in der rechten Gehirnhälfte beide Augen betroffen, jedoch jeweils nur der linke Teil des Gesichtsfeldes. Die betroffene Person kann auf beiden Augen links von der Mitte nichts mehr sehen. Diese Art der Seheinschränkung nennt man "Hemianopsie nach links".

Die Seheinschränkung kann auch einen kleineren Bereich des Gesichtsfeldes betreffen. Zum Beispiel sprechen wir von einer "Quadrantenanopsie", wenn ein Viertel des Gesichtsfeldes betroffen ist oder von "Skotomen" wenn kleinere " Inseln" im Gesichtsfeld fehlen.
 
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