NovaVision - Zentrum für Sehtherapie
 


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Die Augen sind unser Fenster zur Welt. Durch sie nehmen wir den Großteil unserer Umwelteindrücke wahr. Für den Menschen ist der Sehsinn in seiner Wahrnehmung zentral. Er ist der Leitsinn, der uns visuell ausgerichteten Lebewesen eine sichere Orientierung ermöglicht
 
Etwa 80% des menschlichen Handelns werden bei sehend Großgewordenen unbewusst visuell kontrolliert und gesteuert. Besondere Bedeutung kommt hier dem zentralen Gesichtsfeld zu. Fehlen Teile der visuellen Wahrnehmung, so kann sich dies gravierend bei der Bewältigung von Aktivitäten des täglichen Lebens auswirken. Häufigste Gründe für eine Erkrankung des Auges sind neben dem Katarakt (Grauer Star) und dem Glaukom (Grüner Star) die altersbedingte Makuladegeneration und die diabetische Retinopathie. Neben diesen häufigen Augenerkrankungen können aber auch aufgrund von Verletzungen und Erkrankungen im Gehirn nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma Sehstörungen auftreten.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland ca. 200.000 Menschen einen Schlaganfall und etwa 250.000 ein Schädel-Hirn-Trauma. Viele betroffene Menschen tragen als Folge eine Lähmung, eine Störung der Sprache oder des Gedächtnisses oder anderer Funktionsbereiche davon. Diese werden durch Maßnahmen der Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie und auch Neuropsychologie behandelt.

Bei etwa 20% dieser Patienten kommt es zu neurologisch bedingten Sehstörungen, die oftmals einen massiven Eingriff in die bisherigen Lebensgewohnheiten bedeuten. Durch die für andere nicht sichtbare Sehbehinderung fühlen sich Betroffene unsicher und überfordert. Bisher selbstverständliche Dinge wie Lesen, Einkaufen oder auch Körperpflege sind nun schwierig, manchmal unmöglich geworden. Der Beruf kann möglicherweise nicht mehr ausgeführt werden, ein grüßender Bekannter wird auf der Straße "übersehen" und fühlt sich ignoriert.

Die häufigste neurologisch bedingte Sehstörung sind so genannte Gesichtsfeldausfälle. Plötzlich wird etwa die linke oder auch rechte Hälfte der Umwelt einfach nicht mehr gesehen - weder mit dem linken noch mit dem rechten Auge. Diese Art der Sehstörung nennt sich "Hemianopsie". Sie entsteht dadurch, dass das, was die Augen sehen, aufgrund der Schädigung im Gehirn nicht mehr weiter verarbeitet werden kann. Die Augen selbst können dabei völlig gesund sein. Je nach Ort der Schädigung im Gehirn tritt ein Gesichtsfeldausfall in der Regel entweder nach links oder nach rechts auf.

 
Beispiel: Intaktes GesichtsfeldBeispiel: Fehlende Wahrnehmung des rechten Gesichtsfeldes (Hemianopsie nach rechts)


Spezielle Therapien bei neurologisch bedingten Sehstörungen wurden bis vor wenigen Jahren sehr selten eingesetzt. Seit einigen Jahren werden den Patienten in neurologischen Rehabilitationseinrichtungen von den Therapeuten aber zunehmend entsprechende Therapienansätze angeboten. Bei Behandlungsmethoden der visuellen Rehabilitation werden folgende Therapien unterschieden: 1. die Substitution. Dabei kommt es zum Einsatz von optischen und prothetischen Hilfsmitteln wie Prismenfolien. 2. Die Kompensation bedient sich Verhaltensmethoden.

Mit der dritten Methode, der so genannten Visuellen RestitutionsTherapie, kann ein Teil des verlorenen Sehvermögens im Gesichtsfeld wieder zurück gewonnen werden kann - durch gezielte Lichtstimulation können teilgeschädigte Strukturen des Gehirns aktiviert werden, wieder an der Verarbeitung der Seh-Eindrücke teilzunehmen. Durch hoch repetitive Stimulation von zuvor identifizierten Bereichen mit möglichen Residualfunktionen kann die visuelle Wahrnehmung verbessert werden. Wo dies gelingt, kehren Sehfunktionen zurück, und das Gesichtsfeld erweitert sich wieder.

Eine Auswertung der klinischen Studien zur Visuellen RestitutionsTherapie zeigt, dass 2/3 aller Patienten ihr Sehvermögen deutlich verbessern konnten. Dabei spielt es keine Rolle, welches Alter die Patienten aufwiesen. Weiterhin war es nicht ent-scheidend, wie lange der Vorfall zurück liegt.

Die Sehtherapie sollte täglich bis zu einer Stunde für einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten durchgeführt werden, die einzelnen Trainingseinheiten können zu Hause am eigenen Computer erfolgen und werden durch regelmäßige Ergebnisauswertung und Programmanpassung begleitet.
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
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